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* Mittwoch, den 7. Januar 2009

Narren im neuen Kleide

Die Stockacher Fasnet startet wieder durch

Stockach (sw). Neues und Neuigkeiten von der Stockacher Fasnet. Mit der Dreikönigssitzung starteten das Narrengericht und seine Gliederungen in die Saison 2009. Da gab es Wortgefechte von und mit Narrenrichter Wolfgang Reuther, Stehaufmännchen, jugendliche Altbürgermeister und einen dicken Schmöker. Aufpoliert Er soll das Narrengericht aufpolieren: Neuer Mann in den Reihen des Kollegiums ist Michael Kempter, bisher Polier der Zimmerergilde. Er ist der vierte Michael im Narrengericht, denn die Gerichtsnarren Nadig, Grüninger und Zehnle tragen bereits diesen Vornamen. Sein Nachfolger bei den "Zimmerern" wird Rainer Mattes. Als Einführungsgeschenk überreichte Michael Kempter seinen neuen Kollegen ein Fass Bier und eine Batterie mit Schnapsflaschen. Respektloser Kommentar aus dem Publikum: "Die hat er sich bei allen Narrentreffen zusammengeklaut." Aufgeklappt Das hat ja gut geklappt: Das Narrenbuch 2009 ist ein echtes Stehaufmännchen. Archivar Thomas Wagner hat den dicken Wälzer mit zwei aufstellbaren Pappfiguren verziert. So haben ein Hänsele und eine Alt-Stockacherin einen guten Stand, denn beide Gliederungen des Narrengerichts feiern in dieser Saison ihr 75-jähriges Bestehen. Aufgezogen Narrenrichter Wolfgang Reuther liebt zwar große Sprüche, doch bei der Fasnet mag er auch den kleinen Rahmen. Durch Veranstaltungen en miniature soll die närrische Jahreszeit noch närrischer werden. Daher werden auf Vorschlag von Hubert Kunicki vier bis sechs junge Talente zu Ziehharmonikaspielern ausgebildet. An der Quetschkommode werden die Musiker dann in "kleinen Kommunikationseinheiten", sprich in Gaststätten, für Stimmung sorgen. Einige Lieder der Stockacher Fasnet hat Frank Matthes bereits durch ein Umschreiben der Noten "ziehharmonikatauglich" gemacht. Aufgebaut Das ist ein dickes Ding. Die Hans-Kuony-Post, die Zeitung des Narrengerichts und seiner Gliederungen, ist in diesem Jahr farbig stark. Mit 40 Seiten und ganz in Farbe präsentiert sich das Druckwerk. Ein Grund für die Seitenexplosion: das Doppeljubiläum der Hänsele und der Alt-Stockacherinnen. Verstaubt Die Stockacher Fasnet ist alles andere als angestaubt. Dennoch stellte Alfons Ruess in seinem Redebeitrag einen Bezug zwischen Narren und Feinstaub her. Staub heiße auch "Dust", und von da sei es nur ein kleiner Schritt hin zum "Durst". Und den gibt es im Narrengericht natürlich - den Durst nach Wissen. Aufgereiht Die Fasnet ist los und geht los. Wer Karten für die "Bunten Abende" am Donnerstag, 29., Freitag, 30., und Samstag, 31. Januar, jeweils um 20 Uhr in der "Adler Post" braucht, kann sie im Vorverkauf ab Dienstag, 13. Januar, im "Alten Forstamt" in der Salmannsweilerstraße 1 in Stockach erwerben. Tickets für die Gerichtsverhandlung gegen Finanzminister Willi Stächele am "Schmotzigen Dunschdig", also am 19. Februar, können laut Kulturamtsleiter Thomas Warndorf ab Freitag, 16. Januar, um 18 Uhr erworben werden. Bürgermeisterwahl mal ganz närrisch. Amtsinhaber Rainer Stolz wurde von Narrenrichter Wolfgang Reuther respektlos als "Alt-Bürgermeister" bezeichnet: "Wir gehen aber davon aus, dass Sie auch Neu-Bürgermeister sein werden." Die Narren würden dennoch fieberhaft nach einem Gegenkandidaten für die Wahl 2009 suchen. Denkbar wäre zum Beispiel der Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins, weil der mit seinen großen Ohren alles in der Stadt höre. Die "Museums-Blechle" bleiben. Auch in diesem Jahr, so Wolfgang Reuther, werden wieder Männer, die vor 60 Jahren zu Laufnarren geschlagen wurden, an einem Festabend am Samstag nach dem "Schmotzigen Dunschdig" geehrt. "Von den alten Herren lernen wir Jungen wieder, wie Fasnet gemacht wird."

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