|
|
Mittwoch, den 7. Januar 2009
Anton Auer tritt ab Neujahrsempfang in Bohlingen mit Narrenauftakt
Singen-Bohlingen (frö). Der Neujahrsempfang in Bohlingen an Dreikönig stand ganz im Fokus der Fasnacht. Dieses Jahr feiert die Bohlinger Trubehüeterzunft ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurde der Empfang mit Musik der Guggenmusik Heulüecher eingeläutet. Ortsvorsteher Anton Auer begrüßte die Gäste und äußerte den Wunsch, dass auch das Jahr 2009 ein Jahr der positiven Begegnungen werden möge. "Wir Bohlinger haben ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl", sagte der Ortsvorsteher, der am Rande ganz bescheiden bekannt gab, dass er nicht noch einmal für den Posten des Ortsvorstehers kandidieren werde. "14 Jahre sind genug", sagte Auer. Im Jahr 2009 wird Bohlingen im Mittelpunkt des närrischen Geschehens stehen. Außerdem wird die Aachtalhalle eine neue Bestuhlung bekommen und die Schlammteiche werden saniert werden. Dr. Franz Götz sprach in seinem Festvortrag über das Thema Fasnacht und förderte einige interessante Gedanken zutage. Es ging um die Wurzeln und das Wesen der Fasnacht im Allgemeinen. "Die Fasnacht ist vor allem ein -Fest der verkehrten Welt, die normalen Verhältnisse werden auf den Kopf gestellt". Es gelte zu hinterfragen, zu kritisieren und zu verspotten. Seit je her machen die Narren Gebrauch von der Narrenfreiheit und dem Rügerecht. Narren befreien Schulen und stürmen Rathäuser, und vor allem: Sie dürfen ungestraft die Wahrheit sagen. Dr. Götz zeigte sich bei seinem Vortrag als glänzender Historiker, der vor allem auch über die Geschichte der Narren und der Fasnacht Wissenswertes erzählen konnte. "Die Fasnacht ist auch die Schau der Negativgestalten". Götz referierte den christlichen Bezug. "Das Brauchtum hat die Funktion einer Seelenreinigung". Und: "Eine zentrale Aufgabe der Narren ist es, an der Fasnacht die normalen Verhältnisse auf den Kopf zu stellen. Die Spottlust triumphiert, die Fasnacht ist ein Hochfest". Götz betonte am Ende seiner Rede noch, dass es immer noch einen Fasnachtboom gäbe, der käme auch den Bohlingern bei deren Jubiläum zugute. Auch Bürgermeister Bernd Häusler nutzte den Empfang für ein paar Gedanken. Er gratulierte den Trubehüetern und wünschte gutes Gelingen beim Narrentreffen. Stadthalle, Hegau Tower, Innenstadtgestaltung, das alles gehe auch die Bohlinger an. Häusler wünschte sich den Breibandanschluss für den ländlichen Raum und sprach sich für eine Erweiterung des Ganztagsangebots an den Schulen aus. "Wir müssen die Bohlinger Grundschule erhalten", sagte Häusler. Sein Resumee: "Uns geht es immer noch sehr gut, darüber sollten wir uns immer wieder im Klaren sein."
|
|
|