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Die Rede des Jahres Das war der Augenblick der Emotionen im Gemeinderat von Rielasingen-Worblingen: Die Mehrheit war nichtöffentlich ausgemauschelt worden, also würde es zum vorgebenen Termin keine Sporthalle für Rielasingen geben. Barbara Kammerer, die Gemeinderätin der Freien Wähler wusste dies genau. Und sie hielt die richtige Rede. Zu argumentieren, ohne an den Erfolg glauben zu können, war für die couragierte Frau und Sportfunktionärin schwer. Sie tat es dennoch brillant.
Sie erzählte die Geschichte vom historischen Kompromiss in Rielasingen-Worblingen: Erst kommt die Kultur dran, dann der Sport. Die Gems als neuer KulturPunkt Arlen steht - und die Sporthalle wird nicht gebaut. Barbara Kammerer fühlt sich hintergangen, hereingelegt von eigenen Gemeinderatskolleginnen. Sie sagt es offen, doch keiner fühlt sich einer Schuld bewusst. Jetzt ist plötzlich kein Geld mehr da. Für die Leichtathletikanlage hat es gerade noch gelangt. Dabei wollte Rielasingen doch ein begnadeter Sportort auf der Talwiese werden. Davon hatte der Bürgermeister geträumt.
Barbara Kammerer sprach rund 20 Minuten lang, jeder hörte ihr zu. Doch alles Werben und Argumentieren war umsonst. Am Ende stand seit Wochen das Diktum: Wir haben kein Geld. Keiner hinterfragt die Aussagen der Verwaltung. Nur zwei CDU-Gemeinderäte fragen nach Alternativen zur Finanzierung. Sie werden glattgebügelt. Rielasingen bekommt keine Sporthalle, die Worblinger kein Bad. Jetzt ist das Fabrikgut in großen Teilen an die GVV zu hohen Preisen verkauft. Doch keiner diskutiert über die neuen Chancen für eine Sporthalle. Wer sich da verbal bewegt, bekommt offenbar gleich die Keule. Prosit Neujahr.

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