Jahresrrückblick 2002
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*  Montag 29. Dezember 2003

Zum letzten Mal ...

Höri (ov). An dieser Stelle schreibe ich heute nicht nur einen, sondern meinen letzten Jahresrückblick für das WOCHENBLATT, für das ich annähernd zehn Jahre lang aus den drei Höri-Gemeinden Moos, Gaienhofen und Öhningen berichtet habe. Für meinen Abschied aus der aktuellen tages- oder besser: wochenpolitischen Berichterstattung gibt es etliche Gründe. Die drei wichtigsten sind vielleicht diese: 1. Zehn Jahre sind eine lange Zeit. 2. Zeit für die eigenen Kinder hat man immer zu wenig. 3. Wer als Lokaljournalist mittendrin wohnt und kein gleichgültiger Mensch ist, der ist manches Mal sehr nah dran. Zeit also für neue Perspektiven - für das WOCHENBLATT und für mich. Zum letzten Mal schweift mein Blick zurück auf das vergangene Jahr. Was ist Wesentliches passiert auf der Höri? Worüber darf, soll, muss man an dieser Stelle berichten? Die Gaienhofener planen die Errichtung einer Seniorenwohnanlage, aber das geschieht leise, still und heimlich. Noch können wir die Einrichtung der Baustelle nicht vermelden. Die Mooser haben die planerischen Voraussetzungen für die Errichtung eines Getränkemarktes geschaffen, der dem bestehenden Edeka-Markt vorgelagert werden soll. Auch hier sind die Bagger noch nicht aufgefahren. Und Öhningen? Die Errichtung eines Lebensmittelmarktes steht an erster Stelle der Prioritätenliste von Rat und Verwaltung. Im zu Ende gehenden Jahr hat die kleine Höri-Gemeinde eine heftige Standortdebatte erlebt, die das Dorf polarisierte. Darf ein rund 1000 Quadratmeter großes Marktgebäude vor die Schauseite des Chorherrenstiftes gestellt werden, das als Denkmal von besonderer Bedeutung in das Denkmalbuch des Landes eingetragen ist? Oder lohnt es sich, für dorf(bild)verträglichere Lösungen zu kämpfen? Nach wie vor bin ich überzeugt davon, dass die Zukunft dieser Landschaft von einer behutsamen, klug gesteuerten baupolitischen Entwicklung, die am »alten Dorf« Maß nimmt, ganz entscheidend abhängt. In dieser Richtung ist bisher viel zu wenig geschehen. Ein erstes, positives Zeichen setzt die Neuordnung der Mooser Baulandpolitik durch die Reform des Ankaufsrechts. Ansonsten sieht es eher finster aus. Solange struktur- und baupolitische Entscheidungen auf der Höri sich dem Primat der Investoren- und Bauherrenseligkeit beugen, steht es schlecht um die Bewahrung und nachhaltige Weiterentwicklung des dörflichen Charakters. Immaterielle Ziele brauchen Idealisten. Leuten von der Sorte ist dieser Jahresrückblick gewidmet. Anne Overlack

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