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* Mittwoch, den 7. Januar 2009

Dem Zauber der Kristalle erlegen

Rudi Faulhaber und seine Welt der Mineralien - V

 Glitzernd, wundervoll farbig, faszinierend in ihrer Form: Von schönen Steinen kann Rudi Faulhaber aus Rielasingen einfach nicht genug bekommen. Natürlich kann man diese Fundstücke aus aller Welt auch kaufen, doch für den leidenschaftlichen Hobbysammler ist es ein besonderer Anreiz, sie selbst zu finden. Es hat für ihn etwas von Gold schürfen. Reich an Geld ist er dadurch zwar nicht geworden, aber wenn er interessierten Besuchern seine wunderbaren Schätze vorführt, dann zeigt das Leuchten in seinen Augen, wie wertvoll sie für ihn sind. Und von jedem Stein weiß er eine Geschichte zu erzählen. Viele hat er von schönen Ausflügen und Reisen mitgebracht, beispielsweise von seiner Brasilienreise, die er sich zur Pension gönnte, eine Amethystrose. Sie wuchs als zweite Generation in einer Amethyst-Druse. "Auf Reisen sind die Verlockungen natürlich immer groß. Oft kommt man hier an Sachen heran, die sonst nirgendwo zu bekommen sind. Da kauft man auch gerne mal ein Stück", berichtet er. Die Sammlung des gebürtigen Singeners besteht zu 80 Prozent aus Mineralien und Gesteinen aus dem Hegau und Schwarzwald. Doch es wird immer schwieriger auf Fundstücke zu treffen. Vielerorts ist der Bergbau eingestellt. Im Schwarzwald ist nur noch eine Grube bei Wolfach in Betrieb. In dieser ist Rudi Faulhaber häufig anzutreffen. Um alte Halden in ehemaligen Bergbaugebieten ausfindig zu machen, muss er heute kräftig Literatur wälzen. Einst war auch das Höwenegg, wo Basalt abgebaut wurde, ein schöner Fundort für Raritäten. Jahrelang war dort Amicit zu finden, doch seit das Höwenegg unter Naturschutz steht, ist Mineraliensuche dort tabu. Die wunderbare Farben- und Formenvielfalt von Mineralien begeistert den Sammler seit seiner Kindheit. Mit geschultem Auge erkennt Rudi Faulhaber auf Anhieb, was in einem nach außen hin unscheinbaren wirkenden Stein verborgen sein könnte. Manche Exemplare zeigen dekorative Maserungen und herrliche Farbenpracht erst nachdem der Sammler sie fachmännisch auseinander gesägt und poliert hat. Die Attraktivität anderer Steine kommt zum Vorschein, wenn sie unter einem Mikroskop betrachtet werden. Durch die vielfache Vergrößerung erkennt man selbst in winzigen Fundstücken eine faszinierend schillernde, bizarre kleine Welt. Kristalle bilden außergewöhnliche Formen oder kleine Höhlen mit filigranem Innenleben. Dagegen wird die fluoreszierende Farbenpracht anderer Mineralien nur unter speziellem UV-Licht sichtbar. Viele der glitzernden und funkelnden Exponate haben etwas Einmaliges, gar Magisches an sich, versetzen sie doch allesamt den Betrachter in vergessene Erdzeitalter zurück. Der ehemalige Polizist nimmt auch an Mineralienbörsen teil und pflegt Tauschbeziehungen ins Ausland, wie zum Beispiel nach Kanada, Neuseeland oder in die Vereinigten Staaten. Er war es auch, der 1979 den Verein "Hegauer Mineralienfreunde e.V." ins Leben gerufen hat. Dieser knüpfte seinerzeit Kontakte zu anderen Vereinen und korrespondierte auch mit Universitäten. Doch vor etwa fünf Jahren wurde der Verein wegen Nachwuchsmangels aufgelöst. "Wenn wir wirklich interessierte Schüler hatten, sind uns diese mit Studienbeginn wieder verloren gegangen. Die andere Seite ist, dass Mineraliensammeln eine schwierige Materie ist. Man muss Geologe sein, sich in Bergbau und Mineralogie auskennen und auch in der Kristallographie, um nicht schon früh an Grenzen zu stoßen. Viele verlieren da einfach die Lust", macht Rudi Faulhaber deutlich. Neben dem Sammeln verkauft der Mineralienfan einige seiner Funde auf verschiedenen Märkten, Festen und Ausstellungen, hält Vorträge für Volkshochschulen, kirchliche Organisationen, Vereine, in Schulen und Kindergärten der ganzen Region. Sein umfangreiches Wissen und die Begeisterung für Steine gibt er auch beim Kinderferienprogramm und bei Exkursionen für erwachsene weiter "Mein Ziel ist es, die Bürger für die Natur zu begeistern, sie dafür zu sensibilisieren", erklärt Rudi Faulhaber und fügt hinzu, dass er damit nicht nur Steine, sondern das Zusammenspiel mit Pflanzen und Tieren in der Natur meine. Rudi Faulhaber sieht seine Vorträge und Exkursionen dann als gelungen an, wenn die Teilnehmer an schließend sagen: "In Zukunft werde ich die Steine mit anderen Augen betrachten." Die Ausstellung kann nach Vereinbarung unter Telefon 07731/52733 besucht werden. Marina Kupferschmid

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