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Mittwoch, den 7. Januar 2009
Zürcher Mode - lebendig und kreativ Immer mehr Jungtalente etablieren sich in der Welt
Es mag ja viele gute Gründe für einen Besuch in Zürich geben. Das Angebot an Opern, Theatern, Museen, Konzerten, Clubs und Restaurants ist schließlich das einer millionenstarken Weltstadt, obwohl die größte Stadt der Schweiz gerade mal 363 000 Einwohner zählt. Vor allem aber ist Zürich ein Einkaufsparadies. An der eleganten Bahnhofstrassse, am Limmatquai, in den Gässchen der Altstadt ist von den ausgefallensten Kuriositäten bis zum exklusivsten Pelz alles erhältlich. Die Auslagen der vornehmen Ladengeschäfte, der originellen Boutiquen und der eleganten Warenhäuser begeistern selbst verwöhnte Besucher. Dazu hat sich in Zürich eine überaus lebendige und kreative Design- und Modeszene etabliert, was dazu führt, dass viele Jungtalente nicht in die Metropolen im Ausland abwandern, sondern ihre Kreativität in ihrer Heimat umsetzen. Heimische Labels wie Rossi und Ida Gut sind nur zwei Beispiele von vielen. Sowohl in der Altstadt als auch im trendigen Industriequartier im Stadtkreis 5 gibt es eine Menge Läden, die moderne und ausgefallene Eigenkreationen anbieten. Im Gewirr der verwinkelten Gässchen am Fusse der Zürcher Langstrasse liegt in kurzer Gehdistanz zu weiteren Design-Läden der innovative Atelierladen fort&nah von Claudia Deflorin. Jeweils zur Frühlings- und zur Herbstzeit entstehen da die neuen Kollektionen von Deflorin und Brun. Wer oft in Bewegung ist und dabei feminine Eleganz schätzt, ist bei Deflorin bestens bedient. Die Zürcher Designerin arbeitet für eine stilbewusste urbane Kundschaft. Sie unternimmt in ihren Kreationen mit Erfolg den anspruchsvollen Spagat zwischen raffinierter Verspieltheit und schlichter Form. Dezent spielen die Farben, die Schnittlinien sind klar gesetzt, so dass sich die Kleidung gut kombinieren lässt. Deflorin setzt vorwiegend auf Naturprodukte und steht für Qualität. In kleiner Serie werden die Stücke liebevoll einzeln angefertigt. Sie lassen sich einfach pflegen und versüssen so den hektischen Alltag in der Grossstadt. Hinter Brun steht Bruno Strüby. Mit seiner Dandyfashion setzt der kunstfertige Schneider bewusst einen Kontrapunkt zur uniformen Businesswelt. Da auch der moderne Dandy nichts dem Zufall überlässt, entstehen bei Brun Hemden und Anzüge vorwiegend nach Mass. Das Label besticht durch seine gekonnt eingesetzte Kreativität, originelle Schnitte, handwerkliche Präzision und höchste Qualität. In den Details, wie den gedeckten Farben, den Doppelmanschetten oder den verdeckten Knopfleisten, lassen Strübys Arbeiten die goldenen 20er- und 30er Jahre anklingen. So dass Brun zu einem Must wird für Männer, die sich gerne gut kleiden. Sorgfältig ausgewählte Labels wie Piccoli Eroi bereichern das Angebot von Deflorin und Brun und machen den Laden so zu einem lohnenswerten Anziehungspunkt für Frauen und Männer mit hohem Anspruch an Form und Stil. Macher des Labels "piccoli eroi" -"kleine Helden" auf Italienisch - ist Mario Puntillo. Er kleidet Frauen und Männer ein; vom 30-Jährigen bis zur 80-Jährigen, vom Künstler bis zur Krankenschwester. " Zweimal im Jahr stellt der 38jährige Schneider Mario Puntillo in seinem Atelier im Zürcher Kreis 4 eine Kollektion auf die Beine, und dies praktisch im Alleingang. Dies heisst: Stoffe bestellen, entwerfen, Schnittmuster erstellen, zuschneiden und nähen, nähen, nähen. Angefangen hat Mario Puntillo mit Herrenmode, dann kamen allmählich auch Stücke für die Frau hinzu. Die Kollektion, vom Shirt bis zum Abendkleid, zeichnet sich durch Schlichtheit, qualitativ hochwertige Stoffe - meist Baumwolle, Leinen oder Wolle - und Liebe zum Detail in der Verarbeitung aus. Die Mode von "piccoli eroi" besitzt einen evolutiven Charakter. "Eine Kundin, die letztes Jahr einen bestimmten Rock gekauft hat,findet in der nächsten Kollektion eine Jacke, die bestens dazu passt", erklärt Mario Puntillo den Entwicklungsprozess. Hinter Beige Swiss Styling stehen die Textildesignerinnen Manuela Helg und Karin Maurer. Die Beiden lancieren zweimal jährlich eine Kollektion und verkaufen sie im ihrem Atelierladen im Kreis 5.Eine selektive Auswahl der Beige-Produkte ist zudem in ausgesuchten Schweizer Boutiquen erhältlich. Das Duo entschied sich für den Namen Beige, weil die Farbe polarisiert. Einerseits steht sie für Eleganz, andererseits für Biederkeit. Mit Beige denken die Designerinnen aber auch an ein leeres Blatt Papier, das förmlich darauf wartet, bearbeitet und bemalt zu werden. So ist es auch mit ihren Stoffen, die sie selber entwerfen. Mit ihrer grafischen Bildsprache und ihren unkonventionellen Strickdesigns haben Manuela Helg und Karin Maurer ihren eigenen Stil entwickelt. Durch den Einsatz verschiedenster Stricktechniken wird eine reichhaltige Palette an Strukturen geschaffen, und lassen die Beige-Designerinnen aus dem Vollen schöpfen. Lochmuster, Rippenstrick, Zöpfe und Intarsiaeinsätze werden raffiniert kombiniert und verleihen den Textilkreationen einen Spirit von elegantem Understatement oder sportlicher Nonchalance. Typisch für Beige sind bequeme day-to-night-Bekleidungsstücke, die ihre Trägerin für jeden Auftritt passend in Szene setzen. Neu in der Bäckerstraße 56 im Kreis 4 ist das Basler Label Claudia Gübel. Die Designerin entwickelt Herrenbekleidung die praktisch und bequem für den Alltag, schlicht und schön für späte Stunden und zugleich edel und casual für jeden Anlass ist. Aktuellen Tendenzen begegnet sie mit zeitlosen Formen, soliden und natürlichen Materialien, liebevoll erarbeitetem "Innenleben" und mit vielen Taschen für die unentbehrlichen Gadgets. Bereits in sämtlichen Modezeitschriften vertreten ist Christina Krämer. Die Deutsche gründete 2007 ihr eigenes Label und schuf in diesem Jahr ihre erste Kollektion. Die 38jährige macht Strickmode und Ledertaschen für Frauen. Beides ist im Hochpreissegment angesiedelt. Ihr Stil ist pur, klar, schnörkellos, aber dennoch sehr weiblich und aus edlen Materialien hergestellt. Es fällt auf, dass sie ausschließlich Naturmaterialien verwendet: Wollfilz, Mohair, Seide, Rindsleder, Bambus. Für Christina Krämer ist wichtig, dass ihre Mode angenehm auf der Haut ist, nicht einengt und wärmt. Sie verfolgt ein Farbkonzept von drei bis vier Farben pro Kollektion, um eine schöne Farbharmonie zu erzeugen. Im Moment träumt die Wahlzürcherin noch von einem eigenen Showroom. Die Kollektionen sind bisher nur über die Designerin selbst erhältlich. Näheres unter www.christinakraemer.de Marina Kupferschmid
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