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* Mittwoch, den 7. Januar 2009

"Für Musik ist es nie zu spät!"

Zunehmend entdecken auch Ältere die Freude am Musi

 Freude und Spaß am Musizieren zu wecken und zu fördern , macht sich schon seit mehr als 15 Jahren die Musikschule "musikForum2" Heidrich & Hassler in der Singener Hadwigstraße zur Aufgabe. Zwar sind es vorwiegend Kinder und Jugendliche, die dort ein Musikinstrument erlernen, doch es trauen sich auch immer mehr Erwachsene und ältere Leute, die sogenannten "Best Agers", mit dem Musizieren anzufangen. Hierzu einige Fragen an Axel Heidrich: Wie stark ist in ihrer Schule der Trend zum Erlernen eines Musikinstruments im fortgeschrittenen Alter ausgeprägt? Wir haben schon seit vielen Jahren Erwachsene unter unseren Schülern. Der Grund für den späten Einstieg der Schüler liegt häufig darin, dass sie früher nicht die Möglichkeit und die finanziellen Mittel hatten, ein Instrument zu erlernen oder das Interesse einfach nicht da war. Es steigen aber auch immer wieder Leute ein, die früher im Verein gespielt haben und aus beruflichen Gründen das Musizieren eine Weile aufgegeben mussten. Hin und wieder erleben wir auch, dass Erwachsene zeitgleich mit ihren Kindern die Ausbildung auf einem Instrument beginnen, um ihnen helfen und sie ein Stück weit begleiten zu können. Kann man im Alter noch ein Musikinstrument lernen? Für Musik ist es nie zu spät! Zudem fördert Musik die Kreativität, das Leistungsvermögen sowie Ausdauer und die Verfolgung langfristiger Ziele. Diese Eigenschaften sind auch im Erwachsenenalter und im Berufsleben von höchster Relevanz. Selbst für alle, die ihr Berufsleben schon hinter sich gebracht haben, bieten Musikinstrumente Potential für eine interessante und ausfüllende Freizeitbeschäftigung, denn Musik hält jung. Die Einstellung zum Spaß am Lernen ist der wichtigste Faktor für den Erfolg. Gibt es Instrumente, die für den späteren Einstieg besonders geeignet sind? Was immer funktioniert, sind Tasteninstrumente wie Keyboard oder Klavier. Bei diesen Instrumenten muss der Schüler nicht erst Mühe aufwenden , um Töne zu formen wie etwa beim Blasinstrument. Zum anderen haben wir bei den Tasteninstrumenten eine musikalische Bandbreite von Klassik über Traditionelles, Musicals bis hin zu Pop und Rock. Tasteninstrumente allgemein haben den Vorteil, dass sie beim Spielen beide Gehirnhälften trainieren. Eine gute Möglichkeit - weil nicht allzu schwer zu erlernen - ist die Gitarre. Hier fängt man zunächst mit Schlagtechniken und verschiedenen Rhythmen an, um Lieder zu begleiten. Ein Stück weit kann man auch dazu singen. Es lassen sich auf diese Weise sehr schöne Erfolge erzielen, um später auf Zupftechniken einzugehen. Was wir neu anbieten wollen ist funktionale Stimmbildung, die zwischen Gesangsunterricht und Logopädie angesiedelt ist. Das ist sicher für viele Berufstätige interessant, die viel sprechen müssen und eine kraftvolle Stimme brauchen. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit älteren Schülern? Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Es kommt natürlich immer auf die Ausgangsposition an. Wurde schon in der Kindheit Musik gemacht und kann man darauf aufbauen? Oder hatte der Erwachsene von Kindesbeinen an nichts mit Musik zu tun? Wenn letzteres zutrifft, gilt es ein Fundament zu schaffen. MusikForum2 favorisiert das auditive Lernen, das heißt: Der Lehrer spielt vor, der Teilnehmer spielt nach. Es wird viel über das Gehör gearbeitet, um anschließend zu betrachten, wie die Musik auf dem Notenblatt aussieht. Das dauerhaft motivierte Lernen ist von Anfang an Ziel und Praxis. Wir möchten aber nicht nur instrumentenspezifische Spielfähigkeiten vermitteln, sondern auch eine umfassende musikalische Ausbildung in Form von Schlüsselqualifikationen. Dies soll den Teilnehmern langfristig ein eigenes musikalisches Denken und Handeln ermöglichen. Auch die unvermeidliche Musiktheorie ist ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Doch keine Angst, die Vermittlung der Lerninhalte erfolgt Praxisnah, methodenreich und zielorientiert. Wichtig ist, dass die Teilnehmer einen progressiven Aufbau und in den einzelnen Lektionen Zusammenhänge erkennen können. Ihre Kinder und jugendlichen Schüler haben immer wieder die Gelegenheit, das Gelernte vor Publikum vorzutragen Wie halten Sie das bei den Erwachsenen Unsere Erwachsnen haben selbstverständlich ebenso die Möglichkeit einen musikalischen Beitrag an Schülerkonzerten zur leisten. Wir zeigen auch gerne, dass wir in der Erwachsenenbildung tätig sind. Es gibt im Übrigen auch Erwachsene bei uns, die freiwillig die Schulbank drücken, um das Europäische Musikabzeichen zu erwerben. Macht ihnen die "musikalische Späterziehung" Spaß? Auf jeden Fall!! Die Erwachenen kommen mit Begeisterung und weil sie es wirklich wollen. Viele üben mit großem Biss und gehen oftmals nicht ins Bett, bevor sie ihr Stück nicht beherrschen. Es macht Spaß, zu sehen wie groß die Freude ist, wenn sich erste Erfolgserlebnisse einstellen. Wir helfen sehr gerne bei der Verwirklichung der persönlichen Ziele, und können nur alle ermutigen, die Freude am eigenen Musizieren für sich zu entdecken - diese hält meist ein Leben lang. Ältere haben sicher oftmals Hemmungen, mit einem Instrument zu beginnen. Wie geht man das Ganze am besten an? Für alle Interessenten bieten wir die Möglichkeit, uns und unser Unterrichtssystem einmal persönlich kennen zu lernen, ruhig auch verbunden mit einem einmaligen kostenlosen Probeunterricht. Anruf unter 07731/66317 genügt. Ein Bild von unseren Aktivitäten, fachbereichen, Auszeichnungen und Events kann man sich unter www.musikschule-musikforum2.de machen. Die Fragen stellte Marina Kupferschmid: Bildtexte: Axel Heidrich, Musikschule musikForum2 Singen Horst Hunger aus Singen ist einer der 50plus-Schüler, die bei Axel Heidrich nach Jahrzehnten musikalischer Pause wieder Unterricht nehmen. Er hat sich fürs Digitalpiano entschieden und spielt mit großer Freude. Bilder: Kupferschmid

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