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* Mittwoch, den 17. Dezember 2008

Chaos um Liggeringer Torkel

Am Anfang stand eine ganz einfache Anfrage

Radolfzell (pud). Die Liggeringer Torkel ist ein Paradebeispiel dafür, wie durch mangelnde Kommunikation ein fast perfektes Chaos mit finanziellen Negativfolgen entsteht. Ausgangspunkt war die Frage, ob die Torkel saniert und damit erhaltenswert ist oder abgerissen werden soll. Konkret ging es in der jüngsten Ratssitzung um die Gründe für die Rückgabe eines bewilligten Landeszuschusses in Höhe von rund 119.000 Euro durch die Stadtverwaltung. Ein Antrag der CDU-Fraktion im Gemeinderat dazu führte zu einer kontroversen Diskussion mit diversen Schuldzuweisungen zwischen Verwaltung, Produktsteuerungskreis, Ortschaftsrat mit Ortsvorsteher Dr. Rainer Bretthauer und dem Liggeringer Narrenverein als Hauptnutzer der Torkel. Dem Rat lag eine mehrseitige Abfolge der Ereignisse vor, die die Verwaltung erstellt und mit Hinweisen auf vermeintliche Fehler von Ortschaftsrat und Bretthauer versehen hatte. Stadtrat Norbert Lumbe nannte dieses Papier wegen dieses "l;schlechten Stils"l; ein "l;Dokument der Peinlichkeit"l;. Daraus wurde ersichtlich, dass beispielsweise Verwaltung und Ortschaftsrat jeweils Gutachten mit abweichenden Ergebnissen - Sanierung oder Abriss - beauftragt hatten, ohne sich darüber auszutauschen. Die Kritik am Narrenverein gipfelte hauptsächlich darin, zunächst eine Eigenleistung in Höhe von 87.000 Euro zugesagt zu haben, dann aber vom Projekt abgesprungen zu sein. Man wäre nur bei einem Abriss bzw. Teilabriss dabei, so die Begründung. Bretthauer entgegnete, dass im Ortschaftsrat immer von einer Sanierung gesprochen worden war. Bauamtsleiter Lothar Huber sah das Problem in der Projektverantwortlichkeit: Erst lag sie bei den Narren, dann aus steuerlichen Gründen bei der Stadt. OB Dr. Jörg Schmidt sprach sich deutlich gegen das Projekt aus, da ein Nutzungskonzept für die Torkel nicht vorliege und er keinen Bedarf für Räume in Liggeringen sehe. Der Zuschuss habe zurückgegeben müssen, weil der damit verbundene Baubeginn bis Ende September nicht zu realisieren gewesen wäre. Stadtrat Herbert Tägtmeier forderte einen Runden Tisch mit allen Beteiligten. Stadtrat Christof Stadler plädierte für eine Teilsanierung wie beim Zunfthaus. Bei einem Abriss würde nur Platz für ein "l;Klohäuschen oder eine Bushaltestelle"l; übrig bleiben, warnte er. Er kritisierte, dass das Schadensgutachten nicht im Rat vorlag. Stadtrat Siegfried Lehmann hielt ebenfalls wenig davon, historische Häuser in den Ortsteilen "l;einfach wegzurasieren"l;. BU: Liggeringen_torkel: Für große Irritation sorgte die Liggeringer Torkel und speziell die Rückgabe eines Landeszuschusses. Kackpunkt war die Frage, ob sie saniert oder abgerissen werden soll.

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