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Mittwoch, den 7. Januar 2009
Narrizella landet im Maxxismus Männerfrühschoppen zwischen OB-Wahl und Lenk-Geist
Radolfzell (li). Der neue OB sehe dem alten sehr ähnlich, meinte Lothar Rapp beim Männerfrühschoppen der Narrizella an ungewohnten Ort, im Obergeschoss des Seemaxx. Und der Moderator ging noch einen Schritt weiter: Das sei hier schon reiner Maxxismus. Und Andreas Jung, der hier seinen ersten Auftritt in Radolfzell hatte, sei schlicht die Stockacher Entschädigung zum dortigen Seemaxx-Widerspruch. Im "übrigen Saal" hatte dann auch Präsident Martin Schäuble begrüßt und Arnold Kannenberg für die Überlassung gedankt. Dann ging es schnurstracks zur OB-Wahl und einem Kabinettstück besonderer Art, denn Wolfgang Drobik erwies sich als Meister der kunstvollen Rede und stellte Peter Lenk in den Mittelpunkt einer kraftvollen verbalen Satire. Die gleichen Freiheiten, die ein Lenk für sich herausnehme, müssten auch für einen verbalen Bildhauer wie ihn gelten. Drobig beklagte erst einmal, dass Radolfzell fast als einzige Stadt keinen Lenk habe. Und zum Spitzweg käme "keine Sau". Radolfzell sei eben das "moralische Dorf". Ludwigshafen sei der Renner, eben "genial genital". Kaffeefahrten wie Pornoreisen führten dorthin. Und wörtlich: ". . . Ohne Würde, ohne Hemd, wer das nicht mag, der ist verklemmt!" Dann kam die Frage aller Fragen: Was würde Peter Lenk machen, wenn er die Fenster der Volksbank im Advent gestalten könnte? Die rund 350 Besucher beim Frühschoppen kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus: Die Engel würde Lenk lassen und aus ihnen dicke, fette Bankerhuren machen. Die Stadtsheriffs würden als nackte Geldvampire in die Fenster gestellt. Die Frage war dann nur, wer die Merkel von Radolfzell sei, denn die Köpfe müssten ja ausgetauscht werden. Die Moral der Geschicht' war klar: "Kein Zeller, denn wir sind heller!" Die Satire saß an einem Vormittag . So auch manche Seitenhiebe zur Kommunalwahl. Martin Schäuble sieht vor der Zunft Schwerarbeit, denn man müsse ja in allen Fraktionen die eigenen Leute durchbringen. Allerdings bekomme jeder OB den Gemeinderat, den er verdiene. Als Jean Jacques aus Istres hat Hansjörg Blender nachgeschaut, was aus der OB-Wahl geworden ist. Beim Bauen müsse alles monumental sein, jetzt habe man gar Kunst in der Tiefgarage. Alles sei voller Engel, selbst Batz sei zum Kulturengel mutiert. Kunst habe die Kläranlage erreicht. Wenn dort in 500 Jahren ausgegraben werde, sei dies gefährlich. Wenn man die umgebaute Weinpresse dort finde, meine man wirklich, dass in Radolfzell aus Sch.... Wein gemacht worden sei. Zu einem Kabinettstück wurden seine zielgruppenorientierten Schiesser-Angebote. Da habe er einen Job gefunden, um neue Märkte zu entwickeln. Doppelripp oder Feinripp, das sei die Frage auch beim Narrenpräsidenten. Tobias Bauer machte eingangs Lust auf Fastnacht. Dass nach dem Automobilfachmann Werner Messmer eine Straße ohne Autos benannt wurde, hat ihn schon nachdenklich gestimmt. Wie der SWR das Lied vom Schlegele-Bäck auf Englisch ins Internet gestellt hat, war nicht nur bei Bauer ein Thema. Josch Frengele und Peter Diez bliesen als Kühe den Besuchern ihren eigenen Marsch. Die Moritaten zum Lied von Trude Herr sorgten für Begeisterung. Die Schlammteiche hatte sich Lothar Rapp noch einmal vorgenommen: Die Gemeinderäte Lehmann und Tegtmeier seien noch einmal vor Ort gewesen. Da sei ihnen der Teufel erschienen und hätte sie in die Schlammlöcher gefohlen, denn er wolle sehen, wer die häßlichsten Anfragen oder Leserbriefe von ihnen geschrieben hätte. Lehmann sei gleich tief eingesunken, Tegtmeier nicht so tief. Das habe Lehmann nicht verstehen können. Tegtmeier schon: Er stehe ja auf den Schultern von Neurohr! Da tobte die Narrenschar. Den sprachlich geschliffenen Schlusspunkt setze Andreas Jung als Gast. Er beantwortete die Frage, warum OB Schmidt keinen CDU-Gegenkandidaten bekommen habe: Das Duo Schäuble/Zabel (s Äffle und s Pferd) sei eine Person zu viel gewesen, der Mann aus Istres nicht wählbar und Werner Messmer zu alt. Es blieb ein Kompliment an den Amtsinhaber. 
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